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 Die Villa am Berg 
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Beitrag Die Villa am Berg
Ein lautes Krachen ertönte, als er den fünften Gang des Ford Mustangs reinprügelte. Die Scheibenwischer hatten sogar auf der schnellsten Stufe noch Schwierigkeiten die Wassermassen zu verdrängen und ihrem Fahrer eine freie Sicht zu ermöglichen, während dieser den Wagen weiter beschleunigte, obwohl das bei diesem Wetter den Tod bedeutete konnte. Seinen Tod. Das alles war ihm egal, es war nicht sein Auto und er hatte es eilig, sehr eilig. Er schaute noch einmal auf den verwaschenen Zettel und warf ihn dann wieder auf den Beifahrersitz, während sein Fuß das Gaspedal bis zum Anschlag trat. Der Motor heulte auf, wie ein alter Wolf der sein einsames Lied singt. Die, ebenso wie das Auto in die Jahre gekommenen, Bridgestone Reifen drehten auf dem nassen Schlamm durch und wirbelten Matsch und Regenwasser auf. Der alte rostige Auspuff röhrte und klapperte im Rhythmus der Beifahrertür. Unter normalen Umständen hätte er sich nie in dieses Auto gesetzt, aber dies waren keine normalen Umstände.

Als er die Nachricht - unter seiner Tür durchgeschoben - entdeckte, auf der stand „Wir haben deine große Liebe. Komm zu der alten Villa auf dem Berg“ plus einer Wegbeschreibung von seinem Haus zu dem Ort wo sie sie gefangengehalten wurde, dachte er erst an einen schlechten Scherz. Doch nachdem ihre beiden Handys ausgeschaltet waren und ihre Mutter – bei der er eigentlich nicht ohne Ankündigung anrufen durfte – nicht wusste, wo sie ist, hatte er sich doch sorgen um ihr Wohlergehen gemacht. Leider hatte er sein eigenes Auto gerade nicht zur Hand, weshalb er sich etwas überlegen musste, wie er dennoch an einen fahrbaren Untersatz kommen könnte. Da kam ihm der alte rostige Mustang aus der Nachbarschaft gerade recht. Sein erster Diebstahl und dann war es gleich ein Auto, was machte man nicht alles für die Liebe.

Der alte Mustang mit den noch älteren Reifen, ihm kam es so vor, als wären es die ersten Reifen, die von Bridgestone je hergestellt worden waren, hatte Mühe sich bei diesem Unwetter sich auf der Straße zu halten. Im Licht der Scheinwerfer erschien dann auch endlich das Ziel seiner Begierde und das ohne einen Unfall, auch wenn er mehrmals kurz davor gestanden war. Im letzten Augenblick bemerkte er das große Tor vor sich, welches sehr massiv aussah und das schwache Sonnenlicht, das durch die Wolken brach in ein fahles Licht verwandelte. Einen Fuß auf der Kupplung und einen auf der Bremse legte er eine Vollbremsung wie sie im Buche steht hin, und während er voll in die Eisen steigt, reißt er das Steuer um. Der Mustang schlittert seitwärts mit quietschenden Reifen, was auf dem nassen schlammigen Boden einem Wunder gleicht, weiter und nähert sich beängstigend schnell dem großen immer noch verschlossenen Tor. Dann ging alles sehr schnell, obwohl die Zeit stillzustehen schien. Mit einem ohrenbetäubenden Knall durchbrach der Mustang das schmiedeeiserne Tor. Die komplette rechte Seite wurde eingedrückt, die Scheiben zerbrachen und auch die Windschutzscheibe hielt dem Druck nicht mehr stand. Eine der spitzen Stangen bohrte sich in die Fahrerkabine und verfehlte den Fahrer nur um wenige Millimeter. Dieser prallte aufgrund des fehlenden Airbags frontal gegen das Lenkrad und hörte gerade noch ein Knacken, welches ihm verriet, dass seine Nase gebrochen war, bevor alles Schwarz wurde. Seine Benommenheit währte nicht lange, und als er wieder zu sich kam, hatte er nur ein Bild vor Augen; seine erste wahre Liebe in den Fängen von Wahnsinnigen. So schnell er konnte quetschte er sich aus dem total zerstörten Wagen und humpelte die Einfahrt hoch.

Mit einem schrillen kreischen, welches zeigte das die Angeln schon lange kein Öl mehr gesehen haben, öffnete sich die kunstvoll verzierte Eichentür. Obwohl sie tonnenschwer aussah, schwang sie erstaunlich leicht auf und offenbarte das riesige Foyer. Hier vereinten sich Prunk und Dekadenz mit Dunkelheit und dem Zahn der Zeit. Gerade weil es damals so prachtvoll ausgesehn haben musste, sah es nun noch gespenstischer aus. "Perfekt um einen Horrorfilm zu drehen!", dachte er sich, als er die Tür hinter sich losließ. Sie schwang zunächst lautlos zu - nur um dann mit einem Rumms, der durch das ganze Anwesen hallte, ins Schloss zu fallen. Doch, anstatt abzuflauen, nahm der Widerhall an Intensität zu wurde lauter und lauter, als wenn jeder einzelne Raum ihn aufsaugen und vervielfacht wieder ausstoßen würde. Die Hände auf die Ohren gepresst ließ er sich auf die Knie fallen und hoffte das ihm von dem Gedröhne nicht der Kopf explodieren würde. Schon die Tränen in den Augen hörte es plötzlich auf und es ward wieder still. Ihren Namen brüllend raffte er sich wieder auf und bemerkte das hier irgendwas nicht stimmte. Der Name, den er durch die Halle rief, hatte kein Echo, er wurde einfach verschluckt. Darüber konnte er sich später immer noch Gedanken machen, jetzt galt es erstmal die Liebe wiederzufinden. Sollte er die Treppe hoch in den ersten Stock gehen oder lieber vorher das Erdgeschoss durchsuchen? Er entschied sich für Letzteres und ging auf die erstbeste Tür zu. Wobei seine Schritte auf dem marmornen Boden kein Geräusch verursachten und auch die Tür ging lautlos auf – sie schwebte fast zur Seite.
Hinter der Tür erwartete ihn ein kleiner Raum mit Spinnweben so groß wie ein Kleinwagen und ein einsames Piano. Ein kleiner Hocker war das einzige Mobiliar was wohl bedeutete, dass dies ein Übungszimmer war. Bei dem Anblick des Pianos fiel ihm wieder ein das Sie ja Keyboard spielen kann. So schnell er den Raum betreten hatte so schnell verließ er ihn auch wieder. Im Foyer hielt er kurz inne, er hatte das Gefühl etwas hatte sich verändert. Der riesige Kristallleuchter hing immer noch hoch oben, drohend an der Decke. Die Farbe des Teppichs auf den Treppenstufen in den ersten Stock war auch noch die gleiche und das Geländer immer noch kitschig golden mit silbernen streben. Doch plötzlich entdeckte er etwas, aus dem Augenwinkel nahm er gerade noch eine Person, oder etwas was wie eine Person aussah, im oberen Stock wahr. Dieses Kleid, er kannte es. Es war ihr Lieblingskleid. So schnell er konnte hastete er die Treppe hinauf, immer zwei Stufen auf einmal nehmend. Auf einmal ging der große Kristallleuchter an und tauchte das Herrenhaus in ein schummriges Licht, im Hintergrund hörte er das Piano spielen. Sobald er an einem der kleinen Wandleuchter vorbeirannte, flammten diese sofort auf. Am Ende des Flures sah er gerade noch die sich schließende Tür, dort musste sie sein. Er sprang förmlich in die Tür, die auf- und hinter ihm wieder zuschlug. In dem Raum herrschte komplette Dunkelheit, er konnte nicht einmal die Hand vor den eigenen Augen sehen.

„Hast du Angst?“ hörte er eine Stimme und sogleich erschien vor ihm eine Person. Sie musste unter einem Spot stehen, da der Rest des Raumes weiterhin in völliger Dunkelheit lag. „Wer bist du und wo ist…“ wollte er den unbekannten fragen, wurde jedoch unwirsch unterbrochen. „Sorgst du dich etwa um sie? Keine Angst sie ist bei mir in bester Gesellschaft“ dann fing die Gestalt an zu lachen, ein Lachen was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt – so konnten nur Psychopathen lachen.
„Wenn du ihr wa…“ weiter kam er nicht da neben der Irren Gestalt ein Bett mit einer Person darin erschien. „Es muss wohl ein Video oder ein Livestream sein“ dachte er sich.
„Ist sie nicht wunderschön, wie sie da so friedlich liegt. Noch!“ sprach der Irre wieder. „Was würdest du tun, wenn ich mich zu ihr ins Bettchen legen würde?“ fragte ihn die Gestalt mit einem bösartigen Lächeln auf den Lippen. „Ich würde dich töten!“ antwortete er ihm mit energischer Stimme. „Prima. Das habe ich erwartet. Eine gute Entscheidung“ sagte die Gestalt mit einem breiten Grinsen, das einem Clown alle Ehre gemacht hätte und einem amüsierten Glucksen in der Stimme. Die nächsten Worte jedoch wurden mit harter, ernster Stimme gesprochen: „Doch das sagen sie alle. Wenn dann der Moment zum Handeln kommt, trauen sie es sich dann doch nicht.“ Auf dem “Fernseher“ erschien plötzlich eine Gestalt mit einem Messer in der Hand. Mit der Zunge leckte sie über das Messer und offenbarte gelbe, halb verfaulte Zähne. „Der sieht aber gar nicht lustig aus und ach er möchte auch ins Bettchen.“ Dann verschwand das Bild und an der Stelle wo er eben noch seine große Liebe gesehen hatte war wieder nur Dunkelheit, gleichzeitig erschien neben ihm ein Tisch. Es war nur ein kleiner Beistelltisch, es war aber nicht der Tisch an sich der seinen Blick auf sich zog, sondern die mittig darauf liegende Pistole. Mattschwarz und mit Kunststoffgriff. „Nimm sie, wenn du dich traust. Sie ist geladen und entsichert, eine Kugel, also ziele gut. Tötest du mich, zieht sich Igor zurück.“ Die Gestalt hatte kaum ausgeredet da griff er sich die Waffe richtete sie auf den Schemen und drückte ab. Von dem Schuss klingelten ihm die Ohren und für kurze Zeit dachte er er sei taub. Hatte er getroffen? Hätte er besser zielen sollen? Das Wesen stand nur da und lachte. Dann bildeten sich plötzlich Risse, von der Stirn ausgehend über das ganze Gesicht – war es überhaupt ein Gesicht? Er konnte es nicht so recht erkennen. Weiter herunter bis bald der ganze Körper von großen und kleinen Rissen bedeckt war, die sich immer weiter ausbreiteten. Das Lachen der Gestalt wurde lauter und lauter erfüllte den ganzen Raum. Dann zersprang die Gestalt auf einmal, wie ein Spiegel in Tausende Splitter. Reflexartig ließ er die Pistole fallen – welche noch bevor sie auf dem Boden aufschlug wieder verschwand - um mit den Händen sein Gesicht zu schützen. Bei der Flut von Splittern die direkt auf ihn zuflog kann man fast von einem Wunder sprechen dass ihn nur ein einziger traf. Ein scharfer Schnitt an seiner Wange war das Einzige was er davon trug. Und immer noch dieses Lachen, dieses hämische Lachen. Schlagartig verstummte es und der Raum erhellte sich wie von Geisterhand. Was er dann sah, verschlag ihm die Sprache. Der Raum, in dem er sich befand, war leer, komplett leer. Weder ein Fernseher noch ein Tisch oder gar ein anderer Ausgang waren zu erkennen. Nicht einmal die Splitter lagen noch auf dem staubigen Boden. Würde er nicht den Schnitt und das warme Blut was seine Wange herunter floss spüren, er würde es glatt für einen Albtraum halten.
Und er hörte noch lange nicht auf. Eigentlich wollte er so schnell wie möglich diesen Raum hier verlassen um Sie endlich aus den Fängen dieses grauenhaften etwas zu retten, doch die Tür, durch die er hereingekommen war, war verschwunden. Dort war nur noch die nackte, kalte Wand.
„Es gibt hier kein Entkommen, wenn ich es dir nicht gestatte“ erklang es wieder aus allen Richtungen gleichzeitig. „Und ich gestatte es dir noch nicht.“
Ihm ging dieses Schauspiel mittlerweile richtig auf den Geist, wer oder was auch immer dieses Wesen war und wie es die ganzen Tricks hier anstellt, er hatte die Schnauze gestrichen voll. In Ermangelung eines lebenden oder höllischen Gegenüber schlug er mit der Faust gegen die Wand und brüllte: „Was zu Hölle willst du verdammter Bastard eigentlich von mir? Ich habe deine scheiß Spiele so was von satt, lass mich endlich mit ihr hier raus. Oder lass sie wenigstens gehen und mach mit mir, was du willst. Hörst du mich?“
Nach einer schier endlosen Stille – hatte es über sein Angebot nachgedacht? – dann die ernüchternde Antwort. „Wie überaus edel von dir. Der Ritter in güldener Rüstung auf seinem weißen Schimmel bereit die Prinzessin vor dem bösen Drachen zu retten. Auf das Sie auf ewig leben.“ Man hörte den Hohn und Spott deutlich heraus, und dennoch blieb er diesmal ruhig und ließ sich nicht von der Stimme provozieren. „Aber setz dich doch erst einmal, ich möchte etwas mit dir plaudern und das geht im Sitzen viel einfacher als im Stehen.“ Hinter ihm erschien auf einmal ein Stuhl. Ein Stuhl in einem leeren Raum, das stinkt ja schon nach Falle, und das sagte er der Stimme auch. Als er jedoch keine Antwort bekam und dieses Zimmer immer noch keinen Ausgang besaß, musste er das Risiko eingehen und quasi mit offenen Armen ins Messer laufen. Was tut man nicht alles für die Liebe…
Kaum hatte sein Hosenboden die Sitzfläche berührte wurde es auch schon wieder schlagartig Dunkel. „Nicht schon wieder“ dachte er sich noch, als die Gestalt einige Meter vor ihm erneut erschien. „Ja ich habe ein Faible für Spotlights und dramatische Auftritte, aber hat nicht jeder sein Pläsierchen zu tragen. Deins ist, dass du dich für deine Geliebte mit mir angelegt hast.“
Er ließ ihn auskichern und wollte gerade etwas Schlagfertiges erwidern, als er etwas bemerkte. Seine Arme und Beine waren mit straffen Gurten an den Stuhl, der jetzt aus Stahl anstatt Holz bestand, gefesselt war. Als wenn das noch nicht genug wäre, hingen auch noch überall an ihm Kabel und Instrumente. „Na, überrascht?“ mit diesen Worten riss ihn das Wesen aus seiner Starre. „Das ist ein Lügendetektor, aber nicht so einer wie ihn die Polizei oder Geheimdienste benutzen, nein meiner funktioniert. Hundert prozentig. Und du darfst nun beweisen, ob du auch wirklich an das glaubst, was du hier so rumposaunst. Lass uns anfangen, hach was freu ich mich.“ Der Schemen, den er immer noch nicht genau erkennen konnte, rieb sich grinsend die Hände.
„Frage Nummer eins: Bist du verliebt oder willst du einfach nur was zum Ficken haben?“
„Ich bin in sie verliebt“ antwortete er kurz und knapp. „Das ist albern, du weißt die Antworten eh schon also lass uns das hier Abkürzen und verzieh dich endlich.“ „Na, na, na, mein Lieber. So redest du nicht mit mir und damit das nicht noch einmal vorkommt hier eine kleine Strafe, die übrigens auch kommt, wenn du mich anlügst.“ Die Gestalt legte einen in der Luft schwebenden Schalter um und setzte den Stuhl somit unter Strom. Die Schmerzen waren unerträglich und der Geruch nach verbranntem Fleisch stieg ihm in die Nase. Dann unterbrach das Monster zum Glück wieder die Stromzufuhr. „Dann machen wir doch gleich mit Frage zwei weiter: Würdest du freiwillig noch eine Runde auf dem heißen Stuhl wagen, wenn ich deine Geliebte dafür, sagen wir mal, zehn Minuten früher in die Freiheit entlasse als ich eigentlich vorhatte?“
„Diese Frage ist sadistisch. Wenn ich Nein sage, lüge ich und werde gebrutzelt, und wenn ich die Wahrheit sage, werde ich auch gebrutzelt.“
„Ist das nicht fantastisch!?! Du kannst nur verlieren. Um das ganze hier etwas abzukürzen werte ich deine Antwort einfach mal als ‚JA‘ und leg doch gleich diesen hübschen Schalter um.“ Gesagt getan, er krampfte auf dem elektrischen Stuhl und schrie sich die Lunge aus dem Leib. Brandblasen bildeten sich um Stellen, an denen die Kabel angeschlossen waren, und platzten auf. Eitrige Flüssigkeit lief ihm am ganzen Körper herab und seine Augen wurden schon glasig. „Huch, der Schalter klemmt. Ich glaube er lässt sich nicht mehr bewegen… Ach was bin ich heute wieder witzig“ sagte die Gestalt lachend als sie an dem Schalter rumhantierte bevor sie ihn endlich wieder nach oben drückte. „Ich sollte wohl schnell weiter mit Frage drei machen, bevor du mir hier noch wegstirbst. Also würdest du für ihr Leben, dass deines Kindes opfern? Dein eigen Fleisch und Blut! Denk nach bevor du antwortest.“
In der Zeit, in der er über seine Antwort grübelte, schaute ihn der Schemen genau und interessiert an. Es sah so aus, als wenn er die Antwort diesmal nicht schon vorher wusste. Als er dann endlich zu Ende überlegt hatte, konnte es die Gestalt kaum abwarten. Das Antworten fiel ihm bei den höllischen Schmerzen sichtlich schwer. Die Worte kamen nur langsam und gebrochen über seine wunden Lippen und seine Zunge war schon so dick angeschwollen, dass er zwischendurch immer nach Luft ringen musste. „Ich habe gründlich darüber nachgedacht. Schweren Herzens bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass…“ dann verlor er das Bewusstsein. Die Schmerzen, die ihn durchfluteten, waren einfach zu stark. Das Wesen schrie „ANT-WOR-TE!“ mit einer Kraft, die einen Berg hätte sprengen können. Langsam hob er wieder den Kopf und fing wieder von vorne an: „Ich habe gründlich…“ „Das hast du schon gesagt. Du hast gründlich darüber nachgedacht und bist schweren Herzens zu dem Entschluss gekommen, dass…“ unterbrach ihn die Gestalt unwirsch. Trotz seiner Schmerzen konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen, jetzt war er endlich mal Zug. Auch wenn er es nicht sehen konnte, so spürte er doch, wie der Schemen ungeduldiger und wütender wurde. Da er aber nicht ihr Leben für seine Rache riskieren wollte, entschied er sich doch dafür zu antworten und nicht dazu, das Wesen weiter auf die Folter zu spannen. „… ich für sie das Leben meines eigenen Kindes opfern würde.“ Er wollte eigentlich noch etwas hinzufügen doch plötzlich wurde es wieder hell und er saß auf dem halb verfaulten Holzstuhl und guckte auf eine unscheinbare Tür. Und nicht nur das, auch seine Schmerzen waren verschwunden. Hektisch tastete er sich ab, zog sein T-Shirt aus und suchte nach verbrannter Haut. Bis auf unzählige kleine Schweißperlen, die im künstlichen Licht schimmerten, fand er nichts. Aber es war doch so echt, die Schmerzen, er konnte sich noch genau an sie erinnern. Vorsichtig versuchte er aufzustehen und die Tür zu öffnen.

„Du hast es vielleicht mitbekommen, aber ich war von deiner Antwort überrascht. Was aber nicht heißen muss das sie auch der Wahrheit entsprach. Fakt ist, dass dich ein erneuter Stromschlag getötet hätte und das, wo du dich so tapfer gehalten hast und ich gewillt bin, dich zu deiner heißersehnten großen Liebe zu lassen. Vielleicht werde ich dich in einem Jahrzent besuchen, um dir zu sagen ob du gelogen hast, oder nicht. Das Schlafzimmer mit dem großen Himmelbett ist gerade aus“ meldete sich die Stimme wieder zu Wort. Eilig stürmte er in das genannte Zimmer und zum Himmelbett, nur um dort einen handgeschriebenen Zettel zu finden, und keine wunderschöne schlafende Frau.
„Hii. Ich bin schon mal vorgegangen und warte unten an der Eingangstür auf dich. Hab dich lieb mein Schatz.
Ha Ha Ha, dachtest du ernsthaft ich überlasse sie dir so schnell? Den Zettel habe natürlich ich geschrieben, aber sie wartet wirklich unten an der Eingangstür auf dich. Du musst nur schnell genug bei ihr sein sonst nehme ich sie mit zu MIR nach Hause. Ha Ha Ha. 8! 7! 6!“
Er ließ den Zettel fallen und rannte so schnell er konnte aus dem Raum, die große Treppe herunter nur um wieder in der schon bekannten Dunkelheit zu enden. „Ein letztes Mal noch, ich kann es mir einfach nicht verkneifen. Es macht so einen Spass dir erst Hoffnung zu schenken, um sie dann zu zerstören. Und die Effekte sind cool, habe ich mir patentieren lassen.“ Vor ihm erschien in bekannter Manier die Gestalt unter ihrem Spot, aber auch drei Tore, jeweils mit den Zahlen eins, zwei und drei darauf. „Hinter einem Tor wartet die gesuchte Person, hinter den anderen beiden nicht. Triffst du die falsche Entscheidung nehme ICH sie mit nach Hause, bei der richtigen darfst DU sie mitnehmen. Und diesmal gebe ich dir mein Wort darauf, keine Tricks und keine weiteren Spiele mehr. Also entscheide dich weise. Eins, zwei oder drei, ob du richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht.“ Er hatte keine Zeit das Wesen auf seinen merkwürdigen Humor hinzuweisen, er musste sich entscheiden. Die Augen geschlossen zeigte er auf Tor Nummer drei. Vorsichtig öffnete er sie wieder. „Du hast gewählt und hinter Tor Nummer drei befindet sich…“ Das Tor öffnete sich und dahinter befand sie sich tatsächlich. Die Arme weit ausgebreitet um ihn zu umarmen. Er rannte auf sie zu, doch je näher er ihr kam desto weiter entfernte sie sich von ihm. Die Hand nach vorne gestreckt entglitt ihm ein „NEIN!“ während die Gestalt wieder zu lachen anfing.

Mit rasendem Herzen wachte er, die Hand nach vorne gestreckt auf. Wo war er? Er befand sich in seinem Schlafzimmer, dann war es doch nur ein Albtraum. Aber was für einer, so real kam ihm noch kein Traum zuvor vor. Sein Blick schweifte nach links, wo sie schlafend neben ihm lag. Zufrieden kuschelte er sich wieder an sie. Behutsam strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und küsste sie sanft am Hals. Die Arme fest um sie geschlungen schlief er wieder ein, in der frohen Erkenntnis, dass sie bei ihm war.

In einer Welt aus Dunkelheit und Schmerz beobachtet eine uns bekannte Gestalt die beiden glücklichen, wie sie eng umschlungen in ihrem Bett liegen. Wie sie die gegenseitige Geborgenheit genießen. "Du warst ein toller Spieler und ich freue mich schon auf unsere nächste Begegnung."


17. Sep 2011, 16:45
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