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 Die Legende vom Ordinären Stecken 
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Beitrag Die Legende vom Ordinären Stecken
Eine kleine (hoffentlich lustige) Geschichte zu Ehren meiner allerliebsten großen Schwester


Die Legende vom Ordinären Stecken

Die Legende des Ordinären Steckens beginnt, wie die Geschichte von von vielen anderen Stecken, die hier jedoch unerwähnt bleiben sollen, als Baum. Besser gesagt, als Ast eines Baumes.

Und dieser Baum war weder besonders groß, noch besonders schön und es wuchsen auch keine Früchte auf ihm, die demjenigen der sie aß Zauberkräfte verliehen. Nun könnte jemand natürlich sagen „Was ist denn das für eine Geschichte, die von einem stinknormalen Baum handelt, der nicht einmal Zauberfrüchte verteilen kann?“, doch lasst euch von diesem ersten Eindruck nicht täuschen, denn, und jetzt hört genau zu, das Besondere an dem Baum war sein Standort! Zufälligerweise war nämlich das Samenkorn, aus dem unser holziger Freund entstand, vom Wind genau an die Grenze getragen worden an dem die beiden Länder Breigning und Öllinging zusammenstießen. Eigentlich nicht ganz genau, denn zu Beginn wuchs er noch als vollständig zu Breigning gehöriger Baum.

Doch der kleine Baum wurde größer und größer, sein Stamm wurde dicker, seine Wurzeln weiter und seine Äste länger. Dann eines Tages geschah es. Die erste Spitze eines Zweiges ragte über die Grenze. Ihr werdet sicher schon erraten haben, dass das nicht irgendein Ast war, sondern der berühmte Ordinäre Stecken. So geschah es nun, dass der inzwischen recht mächtige Baum seinen hölzernen Finger nach dem Nachbarland ausstreckte, was zu Beginn keinen störte, weil es niemand bemerkte. Eines Tages jedoch, wenn man der Legende glauben darf, kam der König von Öllinging auf einer seiner fünf-jährlichen Reisen, bei denen er seine Landesgrenzen besichtige, an dem Platz vorbei wo der Stecken nun schon beinahe zwei Fuß in sein Königreich ragte.

Zeugen, die bei dem Zwischenfall zugegen waren, erzählten danach, dass der König bei diesem Anblick im Gesicht rot wie ein Tomate geworden war und seine Augen, wie zwei Hühnereier aus dem Allerwertesten einer Henne, aus seinem Kopf quollen, während ein Knurren aus seiner Kehle drang, das irgendwie nach: „Jetzt ist er dran! Das gibt Krieg! Mich derartig zu provozieren.. das sieht ihm ähnlich!“ klang. Hier muss ich hinzufügen, dass die Könige von Breinging und Öllinging schon seit jeher verfeindet waren und der wackelige Frieden nur dadurch auferhalten wurde, dass eine Gruppe kluger Diplomaten jedem der Könige erzählte, dass der jeweils andere vor Angst bibbernd in seinem Schloss saß und sich nie und nimmer trauen würde, auch nur in das andere Land zu niesen! So hatten sie den Frieden nun schon für einige Jahre bewahrt, doch damit sollte es nun vorbei sein, denn der aufgebracht König von Öllinging griff zu seinem Schwert und ging wie ein Berserker auf den Stecken los und trennte ihn vom Baum. Als dies geschafft war hob er ihn, triumphierend, als wäre es nicht ein Ast sondern der abgeschlagene Arm seines königlichen Feindes, hoch über den Kopf. Das alleine wäre wohl noch nicht genug gewesen um das Drama ins Rollen zu bringen, das durch diese Handlung ausgelöst wurde, doch wie es der Zufall, oder aber das Schicksal, so wollte, kam in genau diesem Moment der König von Breinging mit seiner Jagdgesellschaft zu der Stelle.
Als er sah, wie sein Todfeind den Ast seines Baumes als Siegesbeute schwenkte, war das Unheil angerichtet. Angeblich eilte er vor Wut kochend und Schnaubend wie ein wütender Drache zur Grenze und forderte zurück, was seiner Meinung nach rechtmäßig ihm gehörte, denn schließlich war es ein Ast von seinem Baum, der in seinem Land wuchs. Das sah jedoch der König von Öllinging ganz anders, weil immerhin hatte dieser Ast die Luft seines Landes verbraucht und war im Übrigen sowieso über der Landesgrenze, was ihn automatisch zu seinem Eigentum machte. Wie man berichtete standen die beiden Streithähne über eine Stunde an der Grenze, jeder auf seinem Stück Land, und beschimpften sich. Als sie sich schließlich trennten war der Friede Geschichte und der Krieg beschlossen.

So zogen die beiden Armeen von Breinging und Öllinging in den Kampf und viele tapfere Männer und auch Frauen verloren in der Schlacht um den Ordinären Stecken ihr Leben. Als der Kampf endete standen nur mehr die beiden Könige auf dem blutgetränkten Schlachtfeld. Der eine auf der Breinginger Seite mit Schwert und Schild bewaffnet, der andere auf der Seite der Öllinginger mit einem Bogen in der einen, und dem Ordinären Stecken in der anderen. Da es jedoch, wie jeder weiß, sehr schwierig ist, mit einer Hand einen Bogen zu spannen, war der Kampf sehr kurz und zum Schluss zog der König von Breinging triumphierend mit dem Ordinären Stecken davon. Bei all der Aufregung hatte er jedoch den dumpfen Schmerz in seiner Brust nicht bemerkt, der nun langsam in seinen linken Arm ausstrahlte und ehe er sichs versah, lag auch er auf gleicher Höhe mit seinem Feind im Staub und neben ihm der Ordinäre Stecken, der inzwischen jedoch schon einen Großteil seiner Blätter eingebüßt hatte.

Da auf dem Schlachtfeld einige Stecken lagen, die dem Ordinären Stecken zum verwechseln ähnlich sahen, waren schon bald nachdem die beiden Länder ihre Wunden geleckt hatten und neue Könige auf den Thronen saßen, in beiden Reichen eine ganze Reihe von angeblichen Ordinären Stecken im Umlauf und bis heute wissen wir nicht, ob einer davon der Echte ist, und schon gar nicht welcher von ihnen. Doch seine Legende lebte weiter, genauso wie der Hass zwischen den Königreichen.

_________________
When the sun found the moon
She was drinking tea in a garden
Under the green umbrella trees
In the middle of summer

When the moon found the sun
He looked like he was barely hanging on
But her eyes saved his life
In the middle of summer

"When The Day Met The Night" - Panic! At The Disco


5. Feb 2010, 23:54
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